Notizen bei einer Tasse Kaffee am Morgen, am Rande eines Artikels der Deutschen Welle über die deutsche Erinnerungspolitik
Als ich den Artikel der Deutschen Welle "Niemcy cofają zegar historii? Debata w Bundestagu" / „Deutschland rückt nach rechts? Streit um die Erinnerungspolitik“ /
las, dachte ich, dass der Streit über Deutschlands Vergangenheit mehr ist als nur eine weitere Runde im innenpolitischen Machtkampf in Deutschland.
Die AfD möchte, dass Hitler und der Nationalsozialismus in der mehr als tausendjährigen, von Erfolgen geprägten deutschen Geschichte kaum mehr sind als ein „Vogelschiss“. Mehr Bismarck, weniger Hitler; mehr positive nationale Identität, weniger Erinnerung an die Verbrechen und die Verantwortung dafür. Unterdessen haben in Heidenau lokale Politiker von AfD und CDU verhindert, dass weitere Stolpersteine für die Opfer des Nationalsozialismus verlegt werden.
Man kann natürlich sagen, dass die Deutschen ein Recht auf nationalen Stolz haben. Das haben sie. Doch es ist etwas anderes, nationale Handlungsfähigkeit und Selbstbestimmung zurückzugewinnen, als die Vergangenheit so zurechtzurücken, dass ihr verbrecherischstes Kapitel beim Aufbau eines positiven Bildes der Gegenwart nicht länger stört.
Deutschland versucht, sich nach achtzig Jahren wieder aufzurichten. In meiner Sprache vom Tresen würde ich sagen: Es steht mindestens tausend Jahre zu früh auf.
Nicht, weil es weitere tausend Jahre auf den Knien bleiben müsste. Sondern weil achtzig Jahre in der Geschichte eines Volkes wenig sind und historische Verantwortung nicht einfach mit dem Kalender erlischt. Ein Volk kann die Schuld für die Taten einzelner Menschen zurückweisen. Es kann aber nicht redlich seine eigene Geschichte erzählen und dabei so tun, als hätten der Staat, seine Institutionen und die Gesellschaft mit den in seinem Namen begangenen Verbrechen nichts zu tun gehabt.
Am Tresen der Bar „Ptyś“ – ein Gespräch, irgendwann nach Mitternacht
— Weißt du, Lu, wie viele anständige Deutsche auf der Wilhelm Gustloff ums Leben gekommen sind?
— Woher soll ich das wissen? — antworte ich.
— Manche sagen, es könnten sogar zehntausend gewesen sein.
— Und weißt du — frage ich —, wie viele anständige Juden von diesen anständigen Deutschen in Sobibor, Belzec und Treblinka ermordet wurden? Historiker schätzen ihre Zahl auf etwa eine Million achthunderttausend.
Damit könnte man das Gespräch eigentlich beenden. Nicht, weil der Tod deutscher Zivilisten kein Gedenken verdiente, sondern weil die Erinnerung an die Opfer nicht zum Mittel werden darf, die Verantwortung der Täter zu relativieren.
Genau hier beginnt das Problem der deutschen Erinnerungspolitik. Nicht darin, dass die Deutschen ihrer eigenen Opfer gedenken wollen, sondern darin, was sie mit den Größenverhältnissen ihrer Geschichte anzustellen versuchen. Kann man die Leistungen der Vorfahren für sich beanspruchen und ihre Verbrechen zugleich in eine eigene Schublade stecken, versehen mit dem Etikett „Nazis“?
Die Ermordung von Millionen Menschen lässt sich schließlich nicht allein mit Hitler und einer Handvoll führender Funktionäre von NSDAP und SS erklären. Die Vernichtungsmaschinerie brauchte einen Staat, eine Verwaltung, die Eisenbahn, die Polizei, die Industrie, Beamte und ausführende Täter. Nicht jeder Deutsche war Nationalsozialist, nicht jeder war an Verbrechen beteiligt. Doch ohne das breite Zusammenwirken deutscher staatlicher und gesellschaftlicher Strukturen wären Verbrechen dieses Ausmaßes nicht möglich gewesen.
Wenn dem so ist, dann ist der Versuch, den Nationalsozialismus von der deutschen Geschichte abzuspalten, nicht bloß ein Streit darüber, wie Geschichte unterrichtet werden soll. Es geht darum, wer das Recht hat, den nationalen Stolz zu erben, und wer Verantwortung für jene Vergangenheit trägt, aus der dieser Stolz seine Nahrung bezieht.
Franzosen im Bunker Hitlers
In dieser Geschichte gibt es allerdings ein Detail, das allzu einfache Antworten erschwert.
Unter den letzten Verteidigern Berlins, die im Mai 1945 im Regierungsviertel und in der Umgebung von Hitlers Bunker kämpften, befanden sich französische Freiwillige der Waffen-SS-Division „Charlemagne“. Franzosen, die bereit waren, für das Dritte Reich zu sterben, als der deutsche Staat bereits seine letzte Schlacht verlor.
Ist das nicht paradox? Natürlich ist es das. Der Nationalsozialismus war keine ausschließlich deutsche nationale Verirrung. Er hatte auch im Ausland Anhänger, Freiwillige und Kollaborateure. Eine Ideologie konnte Grenzen überschreiten, und Menschen waren bereit, einem Regime zu dienen, das zuvor ihr eigenes Land besetzt hatte.
Das ändert jedoch nichts daran, dass der deutsche Staat den Krieg begonnen und geführt hatte und dass der deutsche Machtapparat die industrielle Vernichtung der europäischen Juden organisiert hatte. Französische SS-Männer änderten nicht die nationale Zugehörigkeit des Staates, den sie verteidigten.
Dieses Detail führt mich zu einer weiter reichenden Frage: Ist die Geschichte Europas tatsächlich die Geschichte voneinander getrennter Nationen? Oder ist sie vielmehr eine Geschichte, in der Ideologien, Ambitionen und Interessen einander durchdringen und Nationen sowohl ihre eigenen Katastrophen herbeiführen als auch an den Katastrophen ihrer Nachbarn mitwirken können?
Europa, Russland und Amerika
Damit kommen wir zu einer Frage, die weit entfernt von den deutschen Stolpersteinen liegen mag, für mich aber mit ihnen zusammenhängt.
Seit tausend Jahren bringt Europa Mächte hervor, die versuchen, den Kontinent und mitunter auch den Rest der Welt ihrer Herrschaft zu unterwerfen. Es führt Kriege, errichtet Imperien, zerstört sein eigenes Gleichgewicht und sucht anschließend nach einer Kraft, die den Siegeszug des nächsten Anwärters auf die Hegemonie aufhalten kann.
In dieser Geschichte erscheint Russland nicht ausschließlich als Bedrohung für Europa. Mitunter war es auch eine Macht, die dazu beitrug, Europa vor sich selbst zu retten.
Der russische Feldzug gegen Napoleon im Jahr 1812 wurde zu einem der entscheidenden Faktoren für die Niederlage des französischen Kaiserreichs. In den Jahren 1813 bis 1815 beteiligte sich Russland an der Koalition, die Napoleons Vorherrschaft zu Fall brachte. Von 1941 bis 1945 trug die Sowjetunion eine gewaltige Last des Krieges gegen das Dritte Reich und spielte eine entscheidende Rolle bei dessen militärischer Niederlage.
Dabei liegt es mir fern, die russische Geschichte als uneigennützige Mission zur Rettung Europas darzustellen. Russland hatte und hat eigene Interessen. 1849 intervenierte es in Ungarn, um den Habsburgern bei der Niederschlagung der Revolution zu helfen. Nach 1945 unterwarf es selbst einen großen Teil Mittel- und Osteuropas seiner Herrschaft. Die Befreiung von der deutschen Besatzung bedeutete für diese Gesellschaften nicht, dass sie ihre volle politische Freiheit zurückgewannen.
Gerade deshalb interessiert mich weniger die moralische Bewertung russischer Absichten als vielmehr das historische Ergebnis.
Europa war mitunter auf russische Macht angewiesen, um eine Bedrohung aus Europa selbst zu besiegen. Anschließend musste es feststellen, dass die Macht, die zu seiner Rettung beigetragen hatte, selbst zu einer neuen Bedrohung wurde. Ein Retter muss nicht uneigennützig handeln, und ein Sieg muss nicht bedeuten, dass man seine Souveränität zurückgewinnt.
Das ist ein Paradox, das sich nicht in eine einfache Einteilung in Freunde und Feinde pressen lässt.
Zwei Großmächte, ein Europa
Nach dem Zweiten Weltkrieg bestimmten zwei Großmächte die europäische Ordnung maßgeblich mit: die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion. Sie trennten Ideologie, Staatsordnung, Interessen und Weltbild. Das hinderte sie jedoch nicht daran, eine Ordnung zu schaffen, in der Europa zum Schauplatz ihrer strategischen Rivalität wurde.
Später wich der Kalte Krieg einer neuen Konstellation. Die amerikanische Militärpräsenz blieb eine der Säulen der Sicherheit Westeuropas, während Russland einen beträchtlichen Teil seiner früheren Einflusssphäre verlor. Beide Staaten betrachten die Sicherheit Europas jedoch weiterhin durch die Brille ihrer eigenen Interessen.
Bedeutet das, dass Washington und Moskau einen gemeinsamen Plan verfolgen, Europa ihrer Kontrolle zu unterwerfen? Das muss man nicht unterstellen. Ich behaupte weder, dass es eine geheime Verständigung zwischen ihnen gibt, noch, dass ihre Ziele identisch wären.
Mein Gedanke ist ein anderer.
Vielleicht trägt das historische Gedächtnis dazu bei, dass Washington und Moskau trotz aller Konflikte früher oder später in einem Punkt einander näherkommen: in ihrer Abneigung gegenüber einem Europa, das sich zu einem unabhängigen strategischen Machtzentrum entwickeln möchte. Dabei spielt es womöglich keine entscheidende Rolle, ob dieses Gedächtnis eine eigenständige Ursache politischer Entscheidungen ist oder lediglich als Filter dient, durch den Großmächte ihre Interessen wahrnehmen.
Es muss sich nicht um ein in allen Einzelheiten gemeinsames Interesse handeln. Erst recht muss es keinen gemeinsamen Plan geben. Es genügt, dass beide Großmächte aus unterschiedlichen Gründen und unter unterschiedlichen Umständen zu einem ähnlichen Ergebnis gelangen: Europa bleibt von äußeren Mächten abhängig, und seiner strategischen Eigenständigkeit sind Grenzen gesetzt.
Mir ist gerade dieses Ergebnis wichtiger als der Streit darüber, was die Politiker in Washington und Moskau zu einem bestimmten Zeitpunkt antreibt. Motive ändern sich, Bündnisse zerbrechen, Gegner schließen Vereinbarungen. Die Machtverhältnisse hinterlassen jedoch Spuren, die es sich lohnt, über längere Zeiträume hinweg miteinander zu vergleichen.
Ich behaupte nicht, dass sich die Geschichte zwangsläufig wiederholen muss. Ich behaupte, dass man ihre wiederkehrenden Ergebnisse nicht ignorieren sollte, nur weil die Wege, die zu ihnen führen, jedes Mal andere sind.
Europa vor dem eigenen Spiegel
Damit kehre ich zur deutschen Erinnerungspolitik zurück.
Deutschland möchte seine Geschichte neu erzählen. Das Recht dazu hat es. Doch die Frage lautet, ob es ihm gelingen wird, seine Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen, ohne die Verantwortung für die Vergangenheit zu verdrängen. Soll europäische Eigenständigkeit auf Erinnerung beruhen oder darauf, dass Erinnerung selektiv in eine nationale Legende umgeformt wird?
Das ist kein ausschließlich deutsches Problem. Auch Europa als Ganzes neigt dazu, sich als Raum des Friedens, des Rechts und des zivilisatorischen Fortschritts darzustellen. Dabei vergisst es gern, dass dieser Kontinent jahrhundertelang ebenso ein Kontinent der Kriege, Imperien, Eroberungen und Ideologien war – Ideologien, die Millionen Menschenleben zum Material für politische Projekte machten.
Vielleicht sollte Europa also, bevor es das Recht einfordert, die Welt eigenständig mitzugestalten, zunächst seine eigene Geschichte ehrlich in den Blick nehmen. Nicht, um für immer auf den Knien zu bleiben, sondern um zu erkennen, vor was und vor wem es sich erheben muss.
Denn Souveränität ist weder eine Belohnung für Unschuld noch ein Recht auf Vergessen. Sie ist die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und ihre Folgen zu tragen.
Und bei einer Tasse Kaffee am Morgen des zweiten Tages eines weiteren Wochenendes bleibt mir ein Gedanke: Ein Europa, das sich seiner Vergangenheit nicht zu stellen vermag, könnte eines Tages erneut zum Gegenstand von Entscheidungen werden, die andere über es treffen. Nicht unbedingt, weil jemand es dazu zwingen will, sondern weil es selbst nicht die nötige Stärke, Geschlossenheit und das Bewusstsein für seine eigene Lage entwickelt hat.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Lehre aus der Geschichte: Es reicht nicht, sich wieder aufrichten zu wollen. Man muss auch sicher sein können, dass Deutschland – und mit ihm Europa – aufrecht aus eigener Kraft stehen kann. Und man muss wissen, wohin man gehen will.
TL in Zusammenarbeit mit KI
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Germany—and Europe with it—is getting back on its feet. But to what end?
Notes over a morning cup of coffee, prompted by a Deutsche Welle article on German memory politics
Reading Deutsche Welle’s article "Niemcy cofają zegar historii? Debata w Bundestagu" /“Is Germany Shifting to the Right? The Battle over Memory Politics,”/ I found myself thinking that the dispute over Germany’s past is about more than another round in the country’s domestic political struggle.
The AfD wants Hitler and National Socialism reduced to little more than a “bird’s dropping” in Germany’s more than thousand-year history of achievement. More Bismarck, less Hitler; more positive national identity, less remembrance of the crimes and the responsibility for them. Meanwhile, in Heidenau, local politicians from the AfD and the CDU succeeded in blocking the laying of further Stolpersteine commemorating the victims of Nazism.
One can, of course, argue that Germans have a right to take pride in their nation. They do. But reclaiming national agency is one thing; rearranging the past so that its most criminal chapter no longer gets in the way of constructing a positive image of the present is quite another.
Eighty years on, Germany is trying to get back on its feet. In my barroom language, I would put it this way: it is getting up at least a thousand years too early.
Not because Germany should remain on its knees for another thousand years. But because eighty years is a short time in the life of a nation, and historical responsibility does not expire with the passing of the calendar. A nation may reject guilt for the deeds of particular individuals. What it cannot honestly do is tell its own story while pretending that the state, its institutions and its society had nothing to do with crimes committed in its name.
A conversation at the counter of the “Ptyś” bar
— Do you know, Lu, how many good Germans died aboard the Wilhelm Gustloff?
— How should I know? — I reply.
— Some say there may have been as many as ten thousand.
— And do you know — I ask — how many good Jews were murdered by those good Germans at Sobibor, Belzec and Treblinka? Historians estimate the number at around 1.8 million.
That could be the end of the conversation. Not because the deaths of German civilians do not deserve to be remembered, but because remembrance of the victims must not become a means of diminishing the responsibility of the perpetrators.
This is precisely where the problem of German memory politics begins. Not with the fact that Germans want to remember their own victims, but with what they are trying to do to the proportions of their own history. Can a nation claim the achievements of its ancestors while locking their crimes away in a separate drawer labelled “Nazis”?
The extermination of millions of people cannot possibly be explained solely by the actions of Hitler and a handful of leading figures from the NSDAP and the SS. The machinery of extermination required a state, an administration, railways, police, industry, civil servants and people to carry out its orders. Not every German was a Nazi, and not every German took part in the crimes. But without the extensive cooperation of German state and social institutions, crimes on that scale would not have been possible.
If that is so, then the attempt to separate Nazism from German history is not merely a dispute over how history should be taught. It concerns who has the right to inherit national pride and who bears responsibility for the past from which that pride draws its sustenance.
Frenchmen in Hitler’s bunker
There is, however, one detail in this story that complicates answers that come too easily.
Among the last defenders of Berlin, fighting in the government quarter and around Hitler’s bunker in May 1945, were French volunteers from the Waffen-SS division Charlemagne. Frenchmen prepared to die for the Third Reich at a time when the German state was already losing its final battle.
Is that not a paradox? Of course it is. Nazism was not an exclusively German national aberration. It had supporters, volunteers and collaborators abroad. Ideology could cross borders, and people were willing to serve a regime that had previously occupied their own country.
None of this changes the fact that it was the German state that launched and waged the war, and that the German apparatus of power organised the industrial-scale extermination of Europe’s Jews. French SS men did not change the nationality of the state they were defending.
This detail leads me to a broader question: is European history really the history of separate nations, or is it rather a history of interwoven ideologies, ambitions and interests, in which nations can bring about their own catastrophes while also taking part in the catastrophes of their neighbours?
Europe, Russia and America
And this brings us to a subject that may seem far removed from Germany’s memorial stones but, in my view, is connected to them.
For a thousand years, Europe has produced powers seeking to bring the continent under their control and, at times, to dominate the rest of the world as well. It wages wars, builds empires, destroys its own balance of power and then looks for a force capable of stopping the victorious advance of the next contender for hegemony.
In this history, Russia has not appeared solely as a threat to Europe. At times, it has also been a force that helped save Europe from itself.
The Russian campaign against Napoleon in 1812 became one of the key factors in the defeat of the French Empire. From 1813 to 1815, Russia took part in the coalition that brought Napoleon’s dominance to an end. Between 1941 and 1945, the Soviet Union bore an enormous share of the burden of the war against the Third Reich and played a decisive role in its military defeat.
I have no intention of presenting Russian history as a selfless mission to save Europe. Russia had its own interests then, and it has them now. In 1849, it intervened in Hungary to help the Habsburgs crush the revolution. After 1945, it subjected a substantial part of Central and Eastern Europe to its own control. Liberation from German occupation did not mean that these societies regained full political freedom.
That is precisely why I am less interested in a moral judgement of Russia’s intentions than in the historical outcome.
Europe has at times needed Russian power to defeat a threat originating within Europe itself, only to discover later that the power which helped save it had become a new source of danger. A rescuer need not be disinterested, and victory need not mean the recovery of sovereignty.
This is a paradox that cannot be contained within a simple division between friends and enemies.
Two great powers, one Europe
After the Second World War, two great powers helped determine the European order: the United States and the Soviet Union. Ideology, political systems, interests and visions of the world divided them. Yet that did not prevent them from establishing an order in which Europe became the arena of their strategic rivalry.
Later, the Cold War gave way to a new configuration. The American military presence remained one of the pillars of Western European security, while Russia lost a substantial part of its former sphere of influence. Yet both countries continue to view European security through the prism of their own interests.
Does this mean that Washington and Moscow share a plan to bring Europe under their control? There is no need to assume that. I am not claiming that a secret agreement exists between them, or that their objectives are identical.
My point is different.
Perhaps historical memory—whether it acts as an independent cause of political decisions or merely as a filter through which great powers interpret their interests—helps bring Washington and Moscow, despite all their conflicts, closer together sooner or later on one issue: their reluctance to see Europe become an independent strategic centre in its own right.
This need not mean that they share the same interests in every detail. Still less does it require a common plan. It is enough that, for different reasons and under different circumstances, both powers arrive at a similar outcome: Europe remains dependent on external forces, and the limits of its strategic autonomy remain firmly in place.
For me, this outcome matters more than the debate over what drives politicians in Washington and Moscow at any given moment. Motivations change, alliances fall apart, and adversaries reach agreements. The balance of power, however, leaves traces worth comparing over the longer term.
I am not claiming that history must repeat itself. I am arguing that we should not ignore its recurring outcomes simply because the paths leading to them are different each time.
Europe before its own mirror
And so I return to German memory politics.
Germany wants to tell its history anew. It has the right to do so. But the question is whether it can regain its agency without suppressing its responsibility for the past. Should European autonomy be built on remembrance, or on the selective reshaping of memory into a national legend?
This is not a problem confined to Germany. Europe as a whole is also inclined to portray itself as a space of peace, law and civilisational progress, forgetting that for centuries it was also a continent of wars, empires, conquests and ideologies capable of turning millions of human lives into raw material for political projects.
Perhaps, before Europe begins demanding the right to shape the world on its own terms, it should first take an honest look at its own history—not so that it can remain on its knees forever, but so that it can understand what, and whom, it needs to rise against.
For sovereignty is neither a reward for innocence nor a licence to forget. It is the capacity to make decisions and bear their consequences.
And over a morning cup of coffee on the second day of yet another weekend, one thought remains with me: a Europe unable to come to terms with its own past may once again find itself the object of decisions made by others. Not necessarily because anyone wants to force it into that position, but because Europe itself has failed to build sufficient strength, unity and awareness of its own situation.
And perhaps this is the most important lesson of history: wanting to get back on one’s feet is not enough. One must also be sure that Germany—and Europe along with it—can stand upright under its own power. And that it knows where it intends to go.
by TL in collaboration with AI
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